Snowboarden oder Skifahren - Wie unterschiedlich diese zwei Sportarten im Schnee sind!

Ein Brett oder zwei? Unterschiede zwischen Snowboarden und Skifahren

# Die Anzahl der Bretter ist noch der kleinste Unterschied beim Wintersport!

Snowboarden oder Skifahren, das ist hier die Frage! Der eine Wintersport verspricht coolen Spaß und abenteuerliche Sprünge, der andere ist mit einer gewissen Tradition behaftet und führt in die angesagtesten Wintersportgebiete weltweit. Was haben Snowboard und Ski zu bieten, wie unterscheiden sich die Sportarten? Wir sind dem Wintersport auf die Pelle gerückt!

# Wir fangen vorne an: Lernen! Was ist leichter?

Beim ersten logischen Nachdenken kommt uns die Beherrschung der Ski leichter vor: Zwei Bretter, die an je einem Fuß befestigt sind, sollten eine halbwegs sichere Fortbewegungsart auf dem Schnee ermöglichen, ohne uns zu sehr herauszufordern. Beim Snowboard dagegen sind beide Füße fest auf einem Brett fixiert und können sich nicht unabhängig voneinander bewegen. Wer schon einmal auf einem Skateboard gestanden hat, kenn die Herausforderung … Aber ist das wirklich so, oder denken wir zu kurz?

1. Stehen auf der Piste

Zwei Ski, zwei Stöcke – die Sache ist klar: Auf Ski steht man deutlich leichter fest als auf dem Snowboard. Denn das Board muss permanent ausbalanciert werden. Schaut man sich auf den Pisten um, fällt dann auch gleich auf: Snowboarder pausieren sitzend.

2. Anfahren in der Ebene

Anfänger und Anfängerinnen finden wir häufig auf ebenen Strecken. Hier üben sie das Stehen und das Anfahren. Bei Ski ist die Sache klar, der Schwung wird durch Antauchen in den Schnee mit den Stöcken geholt. Beim Snowboard fehlt der Stock. Der hintere Fuß wird abgeschnallt, damit er antauchen kann. Reicht der Schwung, muss der Fuß wieder in die Halterung, damit der eigentliche Spaß losgehen kann – das erfordert schon etwas mehr Übung.

3. Lift

Wie beim Anfahren auf ebener Piste sieht es auch am Lift aus. Mit Ski lässt sich der Lift ganz einfach benutzen. Snowboarder müssen wieder den hinteren Fuß abschnallen, um den Lift benutzen zu können.

# Bewegungsabläufe auf den Brettern lernen

Jeder Mensch lernt anders, und jeder Mensch hat einen eigenen Schatz an Erfahrungen und Fähigkeiten. Deshalb können wir gar nicht pauschal sage, ob sich der Umgang mit Ski oder Snowboard leichter erlernen lässt. Aber wir können die Unterschiede herausarbeiten.

Wer sicher mit Skiern umgehen will, muss vier Gliedmaßen unabhängig voneinander steuern können. Denn die Arme mit den Stöcken machen andere Sachen als die Füße, die auf die Bretter geschnallt sich. Zwar bewegen sich die beiden Arme oft synchron (wie auch die beiden Beine), aber das ist eben nicht immer so. Um schwierige Streckenabschnitte, Unebenheiten und Kurvenlagen zu meistern, müssen die vier Gliedmaßen unabhängig voneinander funktionieren. Und das ist gerade für Erwachsene schwer zu lernen.

Beim Snowboard dagegen geht es erst einmal „nur“ um die Balance. Das Board wird über Gewichtsverlagerung und Beinarbeit gesteuert. Ohne Arme geht das natürlich nicht, aber es gibt doch Faktoren, die den Umgang mit dem Snowboard maßgeblich erleichtern.
Dazu gehören:
- Erfahrungen mit dem Skateboard
- Surfen mit und ohne Wind

# YouTube als Lehrer?

Es gibt eigentlich nichts, was man nicht über YouTube lernen kann. Trotzdem: Wintersportarten lernt man sicherer mit einer erfahrenen Lehrkraft. Denn die kann Fehler in der Haltung und in den Bewegungsabläufen sehen und korrigieren, bevor man sich verletzt. Und vor allem beim Skifahren kommt es immer wieder zu komplizierten Gelenkverletzungen in den Beinen, die lange zum Verheilen brauchen und Spätfolgen haben.

Sicherheit geht vor. Um eine Lehrkraft oder zumindest Anleitung durch erfahrene Snowboarder und Snowboarderinnen im Freundeskreis kommt man nicht herum. Kurse sind besser. Denn ausgebildete Lehrkräfte wissen nicht nur, wie es richtig geht. Sie sind geschult darin, die Bewegungsabläufe zu vermitteln und Lernstoff sinnvoll aufzubauen. Kurse findet man inzwischen in allen auch noch so kleinen Wintersportgebieten.

# Verletzungen: Was sagen die Statistiken zu Ski und Snowboard?

Snowboarden sieht aufgrund der eindrucksvollen Sprünge und Tricks gefährlicher aus. Tatsächlich sind die Gelenke in den Beinen aber besser geschützt. Der Grund ist einfach: Bei einem Unfall können sich die Beine nicht getrennt voneinander in alle Richtungen davon bewegen, sondern bleiben dank der Fixierung auf dem Bord erstens beieinander und zweitens meist eher nahe am Körper. Was sagen die Fachleute, Ärzte und Ärztinnen dazu?

Natürlich hängt das Verletzungsrisiko in erster Linie von der Fahrweise ab, und zwar bei Ski genauso wie beim Snowboard. Anfänger und Anfängerinnen stürzen grundsätzlich häufiger als erfahrene Sportler und Sportlerinnen. Wie schwer die Verletzungen sind, unterscheidet sich ebenfalls: Anfänger und Anfängerinnen sind meist mit niedrigeren Geschwindigkeiten unterwegs als eingefleischte Hobbysportler und -sportlerinnen. Dementsprechend sind die Verletzungen auch nicht so gravierend.

Die Statistik weiß: Unter Snowboardern und Snowboarderinnen gibt es etwa vier bis sechs Verletzungen auf 1.000 Personen täglich. Bei Skifahrern und Skifahrerinnen sind es nur zwei bis drei, Snowboarder und -boarderinnen sind also doppelt so häufig von Verletzungen betroffen. Aber, und das ist wichtig: Die Art der Verletzungen unterscheiden sich. Unter den Anhängerinnen und Anhängern der Ski kommt es sehr viel häufiger zu schweren Kopfverletzungen, und es kommt auch sehr viel häufiger zu tödlichen Unfällen als mit dem Snowboard.

Während bei Skifahrern und -fahrerinnen die Verletzungen auf Knie, Unterschenkel und Kopf konzentriert sind, betreffen die häufigsten Verletzungen bei den Snowboardern Snowboarderinnen Handgelenke, Steißbein, Schultern und Knöchel. Im Bereich von Steiß bis Schultern handelt es sich zudem sehr, sehr oft um Hämatome, die gerade bei Anfängern und Anfängerinnen auf ungelenke und unfreiwillige Bremsmanöver (sprich: aus der Fahrt hinsetzen) zurückzuführen sind. Das ist natürlich für ein paar Tage extrem lästig und schmerzhaft, hinterlässt aber keine bleibenden Spuren. Gerissene Bänder in Knöchel und Knie dagegen sind nachhaltigere Andenken an den Sport.

# Wichtiger Punkt: Die Ausrüstung

Am Anfang reicht natürlich eine geliehene Ausrüstung völlig aus. Die gibt es überall dort, wo sie auch angewendet werden kann. Skifahrer und -fahrerinnen benötigen:

- Ski
- Skistöcke
- Skischuhe
- Bindung
- Helm
- Brille
- Anzug und Handschuhe

Wie sieht das für Snowboarder und Snowboarderinnen aus? Sie benötigen:
- Board
- Stiefel
- Bindung
- Helm
- Brille
- Anzug und Handschuhe

Die Stöcke fallen zwar weg, aber dafür kann der Anzug für Snowboarder und Snowboarderinnen kostenintensiver werden. Denn im Gegensatz zum Skianzug tut es nicht einfach eine dicke, wasserabweisende Winterkleidung. Da man mit dem Snowboard häufig auf Po und Oberschenkeln landet, sollten diese Körperstellen durch eine besondere Polsterung oder feste Einsätze im Anzug oder in der Wäsche darunter geschützt werden. Und das kostet extra.

Zudem kostet ein hochwertiges Raceboard auch mehr als ein Paar brauchbare bis sehr gute Ski. Angehende Snowboarder und Snowboarderinnen müssen also unter Umständen mit höheren Kosten rechnen.

# Historische Entwicklung: Lange Tradition der Ski!

Wir gehen davon aus, dass Menschen schon um 4.500 vor Christus so etwas wie eine einfache Version der Ski verwendeten. Das diente allerdings der täglichen Fortbewegung, den Sport gibt es erst seit dem 18. Jahrhundert. Das Snowboard wurde in der Theorie ab 1910 erdacht, erst Anfang der 1990er Jahre wurde es massentauglich. Kein Wunder also, dass bis heute 7,39 Millionen aktive Skifahrer und -fahrerinnen gegen 2 Millionen Snowboard-Fans in Deutschland stehen. Auf dem Snowboard stehen eher Menschen im Alter von 19 bis 22 Jahren, statistisch gesehen sind Skifahrer und -fahrerinnen 38 Jahre alt. Dabei ist das Alter der Ski-Fans so niedrig, weil häufig Kinder mit ihren Eltern auf den Pisten unterwegs sind. Das Einstiegsalter ist beim Snowboard höher.

# Fazit: Zwei Wintersportarten, die sich deutlich voneinander unterscheiden

Alles dreht sich um die Bretter bei diesen beiden Wintersportarten. Aber trotzdem unterschieden sich Snowboard und Ski im Lifestyle, in der Ausübung des Sports, in Ausrüstung und Schwierigkeit sowie beim Lernen deutlich voneinander. Was für Anfänger und Anfängerinnen leichter zu erlernen und attraktiver ist, muss wohl jeder und jede für sich selbst entscheiden.


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