Meditation - Was ist das eigentlich genau und wo und wann kann sie hilfreich sein?!

Zur Ruhe finden – immer mehr Menschen sehnen sich nach Entspannung und wollen in Beruf und Alltag die Belastungen hinter sich lassen, denen sie immer wieder ausgesetzt sind. Die Meditation ist eine bewährte Entspannungsmethode und bietet vielen einen Weg zu Ausgeglichenheit und Zufriedenheit.

Die Meditationsübungen helfen dir, wenn du abschalten und deine natürliche Konzentration wiedererlangen willst. Du gewinnst Abstand vom hektischen Treiben und findest zu einer selbstverständlichen Gelassenheit zurück. Das Lernziel der Übungen besteht darin, die Aufmerksamkeit zu fokussieren und sich im Hier und Jetzt wohlzufühlen, anstatt sich in einem Gedankenkarussell ständig und immer wieder im Kreis zu drehen. Wer aufmerksam meditiert, befindet sich schließlich in seinem ureigenen Selbst und wird frei von immer wiederkehrenden, unproduktiven Gedanken.

Der Begriff Meditation stammt vom lateinischen Wort für „nachdenken, nachsinnen“ und fasst eine ganze Reihe verschiedener Methoden zusammen, die oft auf einen religiösen Ursprung zurückgehen. Die Zen-Meditation und viele der anderen buddhistischen Meditationsformen gehören hierher. Sie alle haben das Ziel, an die Stelle der fortgesetzten geistigen Hyperaktivität eine konzentrierte Leere zu setzen. In diversen anderen Religionen finden sich ähnliche Konzepte, etwa in christlichen Klöstern oder im Sufi-Orden. In religiösen Zusammenhängen ist es das Ziel, den Geist zu befreien für seine Verbindung mit Gott.

# Aktive und passive Meditation

Allerdings lassen sich die Formen nicht nur auf diverse kulturelle Hintergründe zurückführen. Grundsätzlich kann man zwei Arten benennen, die sich im äußeren Erscheinungsbild sowie in der inneren Haltung des Meditierenden unterscheiden.

Für ein kontemplatives Meditieren befindet man sich im Zustand der Passivität, man sitzt also, legt sich hin oder steht. Die bekannten Methoden nennen sich Vipassana-, Samatha- oder Zazen-Meditation. Viele moderne Achtsamkeitsübungen in den entsprechenden Apps sind Unterarten dieser Formen.

Das aktive Meditieren hingegen besteht auch aus körperlichen Übungen. Die Achtsamkeit ist dann in besondere Haltungen integriert, wie sie in der Yoga-Lehre, im Tantra und sogar einigen Kampfkünsten vermittelt werden.

# Entspannung fördern durch verschiedene Objekte

Die Ausführungen sind bei den diversen Formen jeweils andere, im Kern geht es aber immer um dieselben Absichten. Die Übungen bündeln die Aufmerksamkeit, und der Meditierende findet zu einer verbesserten Konzentration. Die verschiedenen Lehren orientieren sich an Düften, Bildern oder Geräuschen, beziehen körperliche Empfindungen ein oder richten ihre Aufmerksamkeit auf die Atmung. Der Anwender erreicht einen Zustand inneren Ruhe und Gelassenheit, die ständige geistige Aktivität tritt allmählich zurück, und es entsteht Raum für das wirklich Wichtige und eine zufriedene Ausgeglichenheit.

Folgende konkreten Ziele kannst du mit dem Meditieren erreichen: Die Konzentration oder deine Kreativität steigern, sogar Angstzustände oder Depressionen lassen sich reduzieren. Der Blutdruck normalisiert sich, wenn man regelmäßig die Übungen ausführt, gleiches gilt für die Cholesterinwerte und den Blutzucker.

Viele meditieren, um etwas gegen ihre Schlafstörungen zu unternehmen. Meist steht auch die Minderung von Stress im Mittelpunkt des Trainings. Als positiver Nebeneffekt stellt sich bei erfolgreicher Umsetzung der Übungen sogar eine erhöhte Ausschüttung von Glückshormonen ein. Oft haben die Interessenten das Ziel ihre natürliche Gelassenheit wiederzufinden.

# Zu welchem Zweck kann man Meditation anwenden?

Die positiven Effekte einer verbesserten Konzentration sind vielfältig. Forscher konnten feststellen: Das Immunsystem wird nachweisbar widerstandsfähiger. Das liegt vor allem auch daran, dass der schädliche Einfluss von Stress auf die körpereigene Abwehr abnimmt. Der Stoffwechsel reguliert sich, und auch die innere Ausgeglichenheit kehrt zurück. Viele Menschen berichten sogar über glückliche Zustände durch Meditationsübungen. Bei regelmäßiger Anwendung lässt man sich weniger von Alltagsproblemen vereinnahmen.

# Wie wirkt die mentale Entspannung?

Alle mentalen Entspannungstechniken stimulieren dein vegetatives Nervensystem, das essentielle Prozesse wie den Herzschlag, die Atmung und den Blutdruck steuert. Auch die Botenstoffsysteme im Organismus werden aktiviert, die einen Cocktail von Hormonen zusammenstellen, der unseren geistigen Zustand wesentlich bestimmt.

Die Übungen aktivieren den Parasympathikus, der innerhalb des vegetativen Nervensystems für Ruhezustände verantwortlich ist. Damit dämpfen sich ungewollt körperliche Prozesse wie die Atmung, die Herzfrequenz und den Muskeltonus. Mit den Übungen förderst du deine Erholung und findest in einen nachhaltigen Entspannungszustand. Wer übrigens etwa am Wochenende Langeweile empfindet, dem sei gesagt, dass er zu einer unangenehmen Form der Ruhe gefunden hat, denn er hat seinen Parasympathikus ausreichend trainiert.

# Immer auf der Flucht

Nicht nur auf eine bestimmte Bedrohung reagiert der Organismus mit einer Flucht- oder Kampfreaktion, sondern auch auf den allgegenwärtigen Alltagsstress. In der Folge erhöhen sich als eine typische Folge Blutdruck und Herzschlag. Mit mentalen Übungen lässt sich jedoch die genaue Gegenreaktion hervorrufen. Der Körper produziert weniger von dem Stresshormon Adrenalin, außerdem sinkt der Cortisonspiegel. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten zeigen, dass bei einigen Meditationsübungen sein Wert um bis zu 50 Prozent reduziert wurde.

# Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit der Übungen

Weitere Studien ergaben, dass schon nach einem Training von acht Wochen und 45 Minuten pro Tag die graue Substanz des Hippocampus signifikant verdichtet war. Ebenfalls wurde ine Linderung bei kardiologischen Auffälligkeiten wie hohem Blutdruck oder gar Herz-Rhythmus-Störungen wissenschaftlich nachgewiesen. Regelmäßiges Meditieren senkt, so die Mediziner, den Herzschlag auf ein Niveau, das man sonst nur von Ausdauersportlern kennt.

# Auf welche Weise bessert sich die Konzentration?

Wie gesagt mindert das Meditieren nicht nur das Ausschütten der Stresshormone, es beeinflusst ebenso die Fähigkeit, sich zu konzentrieren sowie das Schmerzempfinden. Auch hier besteht aus wissenschaftlicher Sicht ein unmittelbarer Zusammenhang. Auf MRT-Aufnahmen konnten die Forscher erkennen, dass der Präfrontale Cortex bei einer Achtsamkeits-Meditation besonders aktiv wird.

Dieses Areal des Gehirns steuert besonders die Konzentrationsfähigkeit, eine bessere Durchblutung in diesem Bereich bedeutet eine erhöhte Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache. Gleichzeitig reduziert sich die Aktivität in den Sektoren des Gehirns, die das Gedankenkarussell immer wieder neu in Bewegung setzen. Wenn du regelmäßig meditierst, lässt du dich im Alltag nicht so schnell von unproduktiven Gedanken ablenken.

# Gelindertes Schmerzempfinden

Auch das Empfinden von Schmerzen verbessert sich durch meditative Übungen, genauer gesagt findet eine andere Wahrnehmung der Beeinträchtigung statt. Hirnforscher konnten zeigen: Den eigentlichen Schmerz empfindet der Betroffene durchaus zunächst intensiver. Im Normalfall erhöht sich jedoch sein Leiden besonders durch die negative Bewertung des Schmerzes zusätzlich. Mit den Entspannungstechniken reduziert sich genau diese negative Verstärkung seines Zustands, und insgesamt sinkt durch das Meditieren der Leidensdruck des Betroffenen.

# Aus der Praxis: Eine kurze Anleitung

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Apps, Kurse werden seit Jahrzehnten von privaten Instituten, Volkshochschulen und im Internet angeboten. Oft setzen die Anbieter auf besondere Hilfsmittel wie Klangschalen, Gongs oder ein exotisches Ambiente.

Aber ein interessierter Anfänger kann durchaus alleine zu Hause und ohne alle Hilfsobjekte mit dem Meditieren beginnen. Wichtig ist eine entspannte Haltung im Sitzen oder Liegen, eine ruhige Umgebung und das Vermeiden jeder Ablenkung.

# Die Atem-Meditation

Leicht erlernbar ist etwa das Atem-Zählen, eine Übung aus der Zen-Meditation. Man konzentriert sich auf die Atmung und zählt nur das Ausatmen. Oft ist der erste Eindruck, dass man zu schnell atmet, ein deutliches Anzeichen für eine gewisse Anspannung. Mit der Zeit legt sich jedoch diese Nervosität, und mit jedem Zählen stellt sich eine zunehmende Beruhigung ein.

Mit geschlossenen Augen richtet der Meditierende seine Aufmerksamkeit auf sein inneres Selbst. Hält er die Augen leicht geöffnet, bereitet er sich auf unangenehme Situationen in seiner Umgebung vor, in denen er Herausforderungen mit Gelassenheit gegenübertritt.

Der Meditierende setzt sich ein Ziel von 50 oder 100 Atemzügen für jede Übungseinheit. In der strengen Variante beginnt man nach jeder gedanklichen Störung wieder am Anfang, andere Methoden setzen die Übung unbeirrt fort und konzentrieren sich weiter auf das Ausatmen. Wer regelmäßig übt, vielleicht zwei bis drei Übungen täglich, wird deutlich unabhängiger und kann sich leichter von emotionalen Beeinträchtigen distanzieren, auch in seinem Alltag.


Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte , dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen