E-Sport ist kein Sport - oder doch?!

Obwohl das Wort "eSports" das Wort "Sport" bereits im Namen trägt, gibt es immer noch die weit verbreitete Meinung, dass es in Wirklichkeit gar kein Sport ist. Aber warum eigentlich?

# Vorurteile

Während E-Sport zwar viele Ähnlichkeiten mit traditionellen Sportarten wie Fußball, Football oder Basketball hat, scheint aber eines zu fehlen: Körperliche Aktivität. Wenn man die Top-Wettkämpfer von League of Legends sieht, dann sitzen diese stets an einem Schreibtisch. Die besten Gamer der Welt starren auf einen Bildschirm, bewegen einen Controller oder eine Tastatur mit Mousepad. Sie sind unbeweglich. Sie rennen nicht, schlagen nicht, werfen nicht und kicken nicht. Das ist einer der Hauptgründe, warum sich das Internationale Olympische Komitee so schwer tut, eSports als mögliche olympische Disziplin zu akzeptieren. Selbst nachdem das IOC viel Zeit auf Konferenzen und Gipfeltreffen verbracht hat, um zu versuchen, die schnell wachsende kompetitive Gaming-Industrie zu verstehen, scheint es nicht über dieses einfache Konzept hinwegzukommen: Olympische Athleten werden für ihre körperlichen Höchstleistungen verehrt.

Viele traditionelle Sportler meinen, dass virtueller Sport nicht zu Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen passe. Der Hauptunterschied besteht für diese darin, dass man, wenn man irgendeine olympische Disziplin ausüben möchte, tatsächlich rausgehen und aktiv sein muss. Im Vergleich dazu würden Gamer ja nur Zuhause auf der Couch sitzen.

Das ist natürlich nicht alles, was es braucht, um ein professioneller Gamer zu sein. Schon gar nicht einer auf höchstem Niveau. Aber kann man eSports wirklich als Sport bezeichnen, wenn die Teilnehmer sich nicht aktiv wie bei anderen Sportarten betätigen?

# Ist eSport ein Sport?

Auch wenn das Internationale Olympische Komitee und einige der Top-Athleten der Veranstaltung eSports gegenüber misstrauisch sein mögen, ist es eine Tatsache, dass kompetitives Gaming sehr wohl ein Sport ist, nur nicht im traditionellen Sinne.

Ungeachtet dessen, dass es keinen Ball und kein Laufen gibt, sind Dota 2-Spieler dennoch genauso Athleten wie Läufer oder jeder andere Goldmedaillengewinner. Wenn es etwas gibt, was uns die Olympischen Spiele im Laufe der Jahre gelehrt haben, dann ist es, dass Spitzenleistungen in allen möglichen Formen auftreten und dass sie alle es wert sind, gefeiert und bewundert zu werden. E-Sport ist da nicht anders.

# eSports-Athleten trainieren genauso hart wie traditionelle Sportler

Auf der Couch zu sitzen, bringt Sie beim kompetitiven Gaming nicht weiter. Professionelle Gamer sind in der Regel Teil einer Organisation oder eines Teams, was bedeutet, dass sie oft in einem Spielhaus leben oder eine Trainingseinrichtung aufsuchen. Der Zweck eines Teams, das zusammen wohnt, besteht nicht nur darin, einen Zusammenhalt zu schaffen, sondern auch darin, das Training zu erleichtern.

In der esports-Community ist es allgemein bekannt, dass Profispieler mit ihren Teams bis zu 10 Stunden am Tag trainieren. Für diese Sportler erfordert dies ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Konzentration. Zum Training gehören Wettkämpfe gegen andere Spitzenteams, das Studieren früherer Matches, um Verbesserungsmöglichkeiten zu finden, und das Analysieren des Spielstils und der Strategien ihrer Gegner. Genau wie traditionelle Sportler haben Profispieler einen Trainer, der sie bei diesen Übungen anleitet. Und genau wie im traditionellen Sport verspüren die Trainer und Manager oft einen immensen Leistungsdruck.

In der Eröffnungssaison der Overwatch League im Jahr 2018 machten die Shanghai Dragons oft Schlagzeilen, weil sie das schlechteste Team aller Zeiten waren. Sie hatten eine Niederlagenserie von 42 Spielen und gewannen während der gesamten Saison null Spiele. Als Reaktion auf die Kritik der Fans verriet der ehemalige Manager der Drachen, dass die Mannschaft alles daran setzte, wenigstens ein Spiel für ihre Anhänger zu gewinnen. Um dies zu erreichen, trainierten sie bis zu 12 Stunden am Tag und hatten eine strenge und umstrittene 72-Stunden-Trainingswoche. Obwohl dieser extreme Zeitplan in der esports-Community verpönt war, zeigt er doch, wie sehr sich die Teams dem Spiel ihrer Wahl verschrieben haben. Die Turnier- und Trainingspläne sind oft so intensiv, dass sich einige Spieler nach nur wenigen Jahren aus dem Wettkampfsport zurückziehen und stattdessen streamen oder ganz aufhören.

# Routine und Fitness

Es ist nicht selten für die Spieler, 10 bis 15 Stunden am Stück vor dem Computer zu sitzen, immer und immer wieder das Gleiche zu tun und zu versuchen, dieses Handwerk zu verbessern. Es ist tatsächlich viel schwieriger, als die Leute denken und erfordert eine Menge an Konzentration. Um gesund zu bleiben, um mit diesem Druck und dem intensiven Training umzugehen, nutzen eSport-Profis die Personal Trainer des Teams. Um fit genug für den Wettkampf zu bleiben, pflegen die Teams oft eine konsequente Fitness-Routine. Bei so vielen Stunden Gaming ist es natürlich besonders wichtig nicht zu vergessen, dem Körper trotzdem alle wichtigen Mirko- und Makronährstoffe zuzuführen. Hierfür eignet sich als leckerer Snack unser kalorienreicher 125g Energy Cake Haferflockenriegel, welcher in verschiedensten Geschmackrichtungen erhältlich ist. 
Dies erinnert genau an andere Sportarten. Wenn körperliches und geistiges Training, um der Beste zu sein, nicht das ist, worum es bei den Olympischen Spielen geht, was ist es denn sonst?

# Top-eSports-Athleten haben körperliche Vorteile gegenüber dem Gelegenheitsspieler

Genauso wie eine Frau, die mit ihrem Hund im Park joggt, nicht an das Tempo von einem Weltklasse-Sprinter herankommt, könnte ein Couch-Potato, der es genießt, seinen Fortnite-Duo-Partner anzuschreien, niemals mit einem eSports-Profi mithalten. Das sind Spieler, die durch Training und genetische Vorteile über der Norm liegen.

Eine neue Studie fand heraus, dass eSports-Athleten das Spiel anders sehen als ein Gelegenheitsspieler. Beim Vergleich von Japans bestem Call of Duty: Modern Warfare-Spieler mit einem Amateurspieler zeigte die Studie, wie unterschiedlich beide Spieler den Bildschirm vor sich nutzen. Die Augen des Gelegenheitsspielers huschten über den Bildschirm und nahmen alles auf. Währenddessen konzentrierte sich der Profispieler auf die Mitte des Bildschirms oder auf genaue Bereiche, von denen er wusste, dass sich dort ein Feind befinden würde. Dies gelang nur dank jahrelanger Übung und einer natürlichen Fähigkeit von Multitasking, sowie Geschicklichkeit jenseits der Norm.

# Anforderungen an die Athleten

Aber es ist nicht nur ihre geschulte Augenbewegung, die eSports-Athleten dem Gelegenheitsspieler überlegen macht. Besonders beeindruckt waren wir von den motorischen Anforderungen und Fähigkeiten. Die eSports-Athleten schaffen bis zu 400 Bewegungen auf Tastatur und Maus pro Minute, viermal so viel wie der Durchschnittsmensch. Das Ganze ist asymmetrisch, denn es werden beide Hände gleichzeitig bewegt und auch verschiedene Teile des Gehirns werden gleichzeitig genutzt.

In der Tat ist diese unglaubliche Hand-Augen-Koordination mehr, als er in irgendeiner anderen Sportart, ob traditionell oder nicht, beobachtet hat. Beeindruckt von den sportlichen Fähigkeiten, führte die Deutsche Sporthochschule weitere Tests durch, um das Stresshormon Cortisol zu testen. Die Menge des produzierten Cortisols entspricht in etwa der eines Rennwagenfahrers. Dazu kommt ein hoher Puls, manchmal bis zu 160 bis 180 Schläge pro Minute, was dem entspricht, was bei einem sehr schnellen Lauf, fast einem Marathon, passiert. Ganz zu schweigen von den motorischen Fähigkeiten, die damit verbunden sind. Nach der Meinung von Experten ist eSports also genauso anspruchsvoll wie die meisten anderen Sportarten, wenn nicht noch anspruchsvoller.

# Fazit

Egal, ob Zuschauer sich mehr für League of Legends oder Eiskunstlauf interessieren, Wissenschaftler sind der Meinung, dass man nicht leugnen kann, dass eSports ein Sport sei. Auch wenn es nicht im traditionellen Sinne ist, sind Profi-Gamer, die auf höchstem Niveau spielen, nicht nur körperlich leistungsfähiger als ihre Kollegen, sondern trainieren auch mehr. So wie ein Athlet.

Zielgenauigkeit, Problemlösung, Kommunikation und Teamwork sind allesamt obligatorische Fähigkeiten für junge Spieler, die hochrangige Organisationen beeindrucken wollen. Und sobald sie bei einem Turnier gescoutet und in der großen Liga unter Vertrag genommen wurden, geht es nur noch um Training, Training, Training, um der Beste zu sein. Die Tatsache, dass dieser letzte Absatz verwendet werden kann, um sowohl eine NBA-Hoffnung oder den nächsten großen Star der Overwatch League zu beschreiben, ist mehr als genug, um zu beweisen, dass E-Sport in der Tat ein Sport ist. Ganz egal ob Sitzend oder nicht.


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