Die bekanntesten Retrospiele - Kennt ihr Sonic, Pacman und Co. noch?!

Viele der Videospielhelden aus den Anfängen der Gaming-Branche sind heute nahezu vergessen, obwohl sie früher die Medien und Werbemaßnahmen dominierten. Während der rasante blaue Igel Sonic oder die gefräßige gelbe Scheibe Pacman für viele Jahre synonym für ihre respektiven Spiele oder gar Konsolen standen, sind die heute oftmals aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Aber warum verschwanden einige der Maskottchen und ihre Spiele nach und nach, während beispielsweise Super Mario unverändert beliebt und verbreitet ist? Oftmals ist gerade diese direkte Verbindung der Figuren und ihrer Spiele für ihren Niedergang verantwortlich.

# Warum überhaupt Maskottchen für Videospiele?

In den Anfangsjahren der Videospielindustrie waren die technischen Möglichkeiten noch stark begrenzt. Die Ära der Arcade–Automaten benötigte noch eigene Aufbauten mit integrierten Schaltkreisen und Leiterplatten mit recht begrenzter Kapazität. Zu den bedeutendsten Einschränkungen zählten dabei etwa die Unfähigkeit Spielstände abzuspeichern und die limitierte Grafikleistung. Während man aufgrund ersterer zunächst Highscore-Listen und später Level-Passwörter einführte, lieferten die Hersteller den Spielern gezielte Anregung mit bunten Aufdrucken oder umfangreichem Zusatzmaterial um ihre Spiele individueller zu gestalten. Dadurch wurde nicht nur deren Fantasie angespornt, sondern die Spielautomaten oder Verkaufsdisplays wurden auch selbst zu Werbeflächen. Diese waren zumeist in besonders auffälligen Farben ausgeführt, um nicht nur die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, sondern auch eine Assoziation mit dem eher simpel dargestellten Inhalten zu erleichtern. Dabei kamen die Hersteller schnell auf die Idee ihre Spiele mit individuellen Charakteren zu bevölkern, die beispielsweise aus einer Punkte-verschlingenden, gelben Scheibe eine eigene Figur machte. Der gelbe „Puck“ – vergleichbar einem Eishockeyspielball, wurde dabei außerhalb des Entwicklerlandes Japan schnell zu „Pac“ abgewandelt und trat fortan seinen weltweiten Siegeszug an.

# Die ersten Heimkonsolen und deren Untergang

Während der frühen 80er-Jahre veröffentlichten unzählige Firmen eigene Spielkonsolen für den Heimanwender. Damit versuchten sie an den Erfolg der Firma Atari anzuknüpfen und sich selbst im Markt zu positionieren. Aufgrund des Überangebots und einiger wirtschaftlicher Fehlentscheidungen kam es jedoch 1982 zum Crash, welcher beinahe den Untergang der Videospielbranche besiegelt hätte. Von diesen frühen Vertretern werden heute als Retrospiele meist nur noch diejenigen von Spielern geschätzt, welche sich aufgrund ihrer einmaligen Gestaltung von der breiten Masse abheben. Allen voran natürlich Pac-Man oder auch der grüne Frosch Frogger.

# Nintendo und der neue Ansatz für Videospiele

Nachdem die Heimkonsolen und vor allem Spiele zunächst als Massenware an die Konsumenten abgegeben wurden um überhaupt noch Interesse wecken zu können, wählte der japanische Hersteller Nintendo einen anderen Weg. Er positionierte seine neue Konsole NES gezielt als elektronisches Spielzeug, welches teilweise sogar mit einem steuerbaren Roboter ausgeliefert wurde. Um die Verkäufe dennoch anzukurbeln, wählte man den Ansatz zugkräftige und vor allem einmalige Figuren als Helden der zusätzlich erscheinenden Spiele zu bewerben. Dadurch konnten die Spielgrafiken entsprechend an die Gestaltung angepasst und auch bei der Pixelgrafik der damaligen Zeit ein hoher Wiedererkennungswert geschaffen werden. Der erste Erfolg stellte sich dabei dank eines Klempners mit blauer Latzhose und roter Ballonmütze ein. Neben Super Mario wurde in der damaligen Zeit auch der Grundstein für weitere erfolgreiche Serien wie Zelda, Metroid oder Castlevania gelegt. Dabei ermöglichte die Kombination von Videospielen mit anderem Merchandise oder Zubehör eine starke Kundenbindung und Folgetitel konnten entsprechend einfacher an den Abnehmer gebracht werden.

# Synonym mit ihren Herstellern

Nachdem im Fahrwasser der ersten Erfolge von Nintendo schon bald andere Hersteller ebenfalls Konsolen und Spiele veröffentlichten entwickelte sich schnell ein harter Konkurrenzkampf um die Gunst der Kunden. Dieser wurde befeuert durch aggressive Werbekampagnen, bei welchen auch die Maskottchen eine große Rolle spielten und sich schnell zum Aushängeschild etablierten. So wurde nach ersten Versuchen mit weniger prägnanten Figuren der Igel Sonic schnell zum Sinnbild für Sega und die Leistungsfähigkeit der hauseigenen Konsolen. Diese Identifikation nimmt teilweise noch heute Züge an, bei denen der Firmenname dem blauen Maskottchen angeheftet wird, zierte es doch jahrelang die entsprechenden Werbeanzeigen. Dementsprechend versuchten auch andere Anbieter schnell eine eigene Marke zu kreieren, um ihre Produkte in ähnlicher Weise an die Käufer zu bringen. Während dabei einige Figuren dabei auch Öffentlichkeitswirksam bis heute Bestand haben, erfreuen sich viele Mitbewerber höchstens im Bereich der Retro-Szene einer entsprechenden Fan-Liebe. Dazu zählen beispielsweise Vertreter wie ToeJam & Earl oder auch Earthworm Jim. Vielfach beeinflusste die einzigartige Gestaltung der Spiele dabei ihre kurze Erfolgsgeschichte und macht sie heute gerade im Bereich der Retrospiele zu besonders beliebten Titeln.

# Entwickler und Spieler werden erwachsen

Mitte der 1990er Jahre wurde vor allem durch die Einführung der PlayStation von Sony der Markt für Videospiele kräftig durcheinander gerüttelt. Da zugleich auch der Bereich Gaming auf den immer verbreitender werdenden Heimcomputern an Bedeutung zunahm, konzentrierten sich die Entwickler schon bald auch auf ein älteres Publikum. Dadurch konnten sie nicht nur ein zahlungskräftiges Publikum erschließen, sondern die gesteigerte Leistungsfähigkeit im Bereich der Grafikdarstellung nutzen. Insbesondere die stetig voranschreitende Entwicklung im Bereich der 3D-Gestaltung sorgte dafür für neue Möglichkeiten in Bezug auf Spielprinzip und Figurenkonzeption. Dadurch wurden jedoch auch die zuvor bedeutenden Maskottchen schrittweise in den Hintergrund gedrängt und verloren zunehmend an Bedeutung. Vielmehr standen Handlung und visuelle Aufbereitung der Spielwelt fortan im zentralen Fokus der Spieler. Dennoch markiert gerade diese Zeit der schrittweisen Hinwendung auf andere Bereiche einen für Spieler interessanten Zeitabschnitt. Besonders die ersten Teile der Resident Evil Saga oder auch gelungener 3D-Jump & Run-Spiele wie Spyro und Crash Bandicoot gelten heute vielfach als Kulttitel.

# Niedergang und Fortbestehen

Während sich einige Spielserien gerade aufgrund ihrer einmaligen Titelhelden im Marktbereich Gaming halten konnten, sind andere heute gänzlich verschwunden und höchstens noch auf dem Flohmarkt zu finden. Die Entwicklung in Richtung schnellerer Information und vor allem die gesteigerte Leistungsfähigkeit der Darstellung haben es den Entwicklern ermöglicht ihre Spielcharaktere über die Inhalte zu definieren. Dementsprechend sind die Hauptcharaktere bekannter Zugpferde im Bereich Gaming entweder aus anderen Medien wie Filmen, Comics oder Büchern übernommen oder erzählen selbst eine umfassende eigene Geschichte. Gerade die simple und dennoch ausdrucksstarke Gestaltung früherer Zeiten spricht aber auch heute noch viele Spieler an. Kaum verwunderlich also, dass der Retro-Boom der vergangenen Jahre weiterhin unverändert anhält und auch neue Fans in seinen Bann zieht. Diesen bietet sich heute durch neue Vertriebswege, Bundle-Angebote oder Remakes die Möglichkeit diese Klassiker ganz neu zu erleben.

# Welche Klassiker haben bis heute überlebt?

Gerade die zugkräftigen Vertreter der Videospielbranche wie Pac-Man und Sonic erleben regelmäßig ein kleines Revival im Rahmen von Compilations oder echten Neuveröffentlichungen. Beispielsweise mischt der Entwickler Sega noch heute im Bereich der Software-Entwicklung auf zahlreichen Plattformen tatkräftig mit und beschert auch dem rasenden Igel entsprechende Neuauftritte. Ferner ist natürlich vor allem Super Mario mit seinen Nebencharakteren unverändert das Zugpferd von Nintendo und kann auch auf der neuesten Konsolengeneration seine Vormachtstellung behaupten. Ebenso sind zahlreiche Hauptcharaktere der Vergangenheit zwar selbst nicht mehr als eigentliche Protagonisten interessant, erfreuen die Fans von Retrospielen jedoch durch einmalige oder anhaltende Gastauftritte in anderen Serien. Dazu zählen neben bekannten Partyspielen wie Smash Bros. vor allem auch die Kategorie der Beat ‘em Up und Fighting-Spiele. In diesen treten die Charaktere zumeist direkt gegeneinander an und entsprechende Implementierungen lassen sich entsprechend einfach umsetzen. Dadurch werden alte Fans ebenso integriert wie neue Anhänger an die bereits etablierten Charaktere herangeführt und das Wasser zugleich für etwaige zukünftige Veröffentlichungen getestet.


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